Tarifvertrag industriekaufmann ig metall

Die IG Metall hat auch eine Kampagne für den fairen Umgang mit der TAW (Leiharbeit fair gestalten) gestartet, um Leiharbeiter als Mitglieder zu rekrutieren und Gleichbehandlungsregelungen in Tarif- und Betriebsvereinbarungen durchzusetzen. Die Gewerkschaft lehnte ein ursprüngliches Angebot einer Lohnerhöhung von 6,8 Prozent zugunsten einer Arbeitszeitverkürzung und einer moderateren Lohnerhöhung von 4,3 Prozent ab. Die neue Vereinbarung schafft einen Präzedenzfall für Gewerkschaften, um über die Löhne zu verhandeln und eine aktive Rolle bei der Gestaltung der Bedingungen zu übernehmen, die am gegenwärtigen und künftigen Arbeitsplatz erforderlich sind. Die drei einschlägigen Tarifverträge enthalten keine Vorschriften, die die Gleichbehandlung von Leiharbeitnehmern und Festangestellten in Denkunternehmen vorsehen. Rahmen- und Lohnvereinbarungen für Leiharbeitnehmer legen die Arbeitsbedingungen in den gleichen Bedingungen fest wie Vereinbarungen in anderen Sektoren (siehe Tabelle 1). Nur wenige Tarifverträge auf Betriebsebene oder Betriebsvereinbarungen sehen Lohnparität vor oder beschränken die Nutzung von TAW. Das Betriebsvertragsarchiv der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) listet eine kleine Anzahl von Vereinbarungen auf, die verschiedene Aspekte der Nutzung von TAW in Anwenderunternehmen regeln, wie Quoten, Grundsätze, Bedingungen. Eine von der HBS in Auftrag gegebene Umfrage unter 80 Betriebsräten im Jahr 2007 (Wassermann/Rudolph, 2007) legt nahe, dass nur eine Minderheit der Betriebsräte (25%) ist bestrebt, die Verwendung von TAW in Werkverträge einzubetten oder erfolgreich eingebettet zu haben. TAW ist nur nach den Bestimmungen des AÜG legal. Tarifverträge regeln spezifische Lohn- und Arbeitsbedingungen.

Betriebsvereinbarungen können auch betriebsspezifische Vorschriften für den Einsatz von Leiharbeitnehmern enthalten. Die IG Metall hat einen Präzedenzfall-Tarifvertrag ausgehandelt, der die Arbeitsbedingungen gegenüber den Löhnen vornimmt. Sie erhielt ihre zentrale Forderung, dass arbeitnehmerinnen das Recht haben, ihre Wochenarbeitszeit für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren von 35 auf 28 Stunden zu reduzieren, um sich um Familienmitglieder zu kümmern. Die vorgelegten Daten deuten darauf hin, dass die TAW für viele Personen, die sonst arbeitslos geblieben wären, eine Brücke zum Arbeitsmarkt darstellt. Eine strikte Anwendung der Gleichbehandlungsklausel würde daher nicht nur den Charakter des TAW verändern und ihn in einen normalen Vermittlungsdienst verwandeln, sondern würde auch die Beschäftigungsaussichten derjenigen untergraben, die derzeit von der Expansion des TAW-Marktes profitieren. Darüber hinaus wäre eine strikte Anwendung der Gleichbehandlungsklausel insbesondere für kleinere Agenturen und für Aufträge in Nichttarifvertragen nicht durchführbar.